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Grau etabliert sich in der Spitze

Höchstadter läuft bei der Team-Europameisterschaft auf Platz vier

Im vergangenen Jahr holte die deutsche Leichtathletikmannschaft bei der Team-Europameisterschaft in Braunschweig mit Hurra den Titel, auch beflügelt durch die Erfolge der Mittelstreckler, darunter der Höchstad-ter Martin Grau, der mit einem zweiten Platz über 3000 Meter Hindernis viele Punkte sammelte. Heuer, in Cheboksary schlug Gastgeber Russland zurück. „Der Heimvorteil spielt da schon eine Rolle“, befand auch Graus Trainer Markus Mönius, der das Geschehen vor dem Fernseher in München verfolgte. Zwar hat sich auch sein Schützling wie die deutsche Mannschaft gegenüber 2014 vom Platz her verschlechtert, doch er war mit beiden zufrieden.

Grau war vor einem Jahr bei diesem Wettbewerb der internationale Durchbruch gelungen. Nun sollte er seine Zugehörigkeit zur europäischen Spitze bestätigen. „Das ist ihm vollauf gelungen“, urteilte Mönius. Mit der nur siebtbesten Vorleistung war der 23-Jährige in die Föderationsrepublik Tschuwaschien, knapp 700 Kilometer östlich von Moskau, gereist, Platz vier war daher mehr, als man erwarten durfte. Er ließ dabei nicht nur den starken Spanier Fernando Carro hinter sich, sondern auch Europameister Yoann Kowal aus Frankreich, der nach einem starken Lauf vor einer Woche in Rabat (Marokko) offenbar keine „Körner“ mehr hatte. Nicht verwunderlich bei Temperaturen von 30 Grad, die den Athleten schon vor den Wettkämpfen den Schweiß auf die Stirn trieb. So war auch der Rennverlauf vorhersehbar. Mönius: „2000 Meter Bummelrennen, dann folgte ein Steigerungslauf.“

Martin Grau spielte dabei eine gute Nebenrolle. Zunächst schaute er sich das Geschehen von hinten an, schloss dann auf und versuchte dann, als einziger dem späteren Sieger Krystian Zalewski zu folgen, als dieser 600 Meter vorm Ziel eine Lücke zum Feld riss. Bis etwa zum letzten Wassergraben lag Grau gleichauf mit dem Russen Nikolay Chavkin und dem Italiener Yuri Floriani. Doch beide zeigten dem Biengartener (Endzeit 8:42,58) im Schlussspurt die Hacken.

Grundlagen fehlen

„Das ist das Problem in dieser Saison“, erkannte Mönius am Bildschirm. Es fehle einfach der „Kick“ im Endspurt. Durch das fehlende Grundlagentraining im vergangenen Herbst wegen Graus Bundeswehr-Lehrgang habe man daran nicht wie nötig arbeiten können. Und im Portugal-Trainingslager im Winter habe sich der 23-Jährige wegen einer Kniereizung nicht voll belasten können. Glänzend seien hingen die beiden Höhentrainingslager in Flaggstaff (Arizona) gelaufen. „Konditionell ist Martin top wie nie, aber Spritzigkeit und Tempohärte gehen ihm heuer ab.“ So hält sein Heimtrainer auch die Qualifikation für die Weltmeisterschaften Ende August in Peking für nicht mehr realistisch, ist darüber aber „gar nicht so unglücklich“. Denn 2016 soll die Olympiateilnahme in Peking der vorläufige Höhepunkt von Graus Karriere werden. „Dafür haben wir jetzt wertvolle Erfahrungen gewonnen, was seinem Körper gut tut und was nicht. Da gibt es auch keine Störfaktoren wie Bundeswehr-Grundlehrgänge mehr“, so Mönius.

Und auch die Saison 2015 halte noch einige tolle Veranstaltungen für den jungen Franken parat: In zehn Tagen fliegt er nach Südkorea zur Universiade, wo er bei den Weltstudentenspielen (13 000 Teilnehmer) vorne mitmischen will. Ende Juli folgt die deutsche Meisterschaft vor der Haustür in Nürnberg – und da will er sich den Titel schnappen. Gelingt das, war auch 2015 (auch ohne Peking) ein starkes Jahr.

Endstand: 1. Zalewski (Polen) 8:37.51, 2. Chavkin (Russland) 8:39.39, 3. Floriani (Italien) 8:40.47, 4. Grau 8:42.58, 5. Ukonmaanaho (Finnland) 8:43.67, 6. Carro (Spanien) 8:44.46, 7. Slobodenyuk (Ukraine) 8:44.93, 8. Lundgren (Schweden) 8:46.73, 9. Kowal (Frankreich) 8:51.85, 10. Seddon (Großbritannien) 8:56.57, 11. Slavinski (Weißrussland) 8:59.09, 12. Løken (Norwegen) 9:03.07.  

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